Das menschliche Gehirn ist hochkomplex, doch mit etwas Verständnis lassen sich seine grundlegendsten Funktionsweisen nutzen, um effektivere und ansprechendere Botschaften für erfolgreiches Business-Marketing zu formulieren. In einem neuen Forschungsgebiet, dem Neuromarketing, versuchen Wissenschaftler, Zusammenhänge zwischen den angeborenen Präferenzen von Menschen und ihren Entscheidungen herzustellen. Mithilfe dieser Erkenntnisse können Marketer ihre Botschaften optimieren und so maximale Wirkung erzielen.
Was ist Neuromarketing?
Neuromarketingforschung umfasst die systematische Erhebung und Analyse neurophysiologischer und neurologischer Beobachtungen an Individuen mithilfe verschiedener Methoden. Dies ermöglicht es Forschern, die Auswirkungen unbewusster physiologischer Reaktionen und nonverbaler Signale auf unterschiedliche Reize für Marktforschungszwecke zu untersuchen.
Vereinfacht ausgedrückt bezeichnet Neuromarketing die Untersuchung, wie das menschliche Gehirn auf Marketingmaßnahmen reagiert und wie sich dies auf das menschliche Verhalten auswirkt, sei es bewusst oder unbewusst.
Jeder Mensch hat angeborene kognitive Verzerrungen. Diese können wir an uns selbst nicht beeinflussen. Manche Menschen mögen beispielsweise einfach keinen Kaffee, und zwar aus keinem anderen Grund, als dass sie ihn nicht mögen. Effektives Marketing bedeutet, diese Verzerrungen zu erkennen und mit ihnen zu arbeiten, anstatt gegen sie anzukämpfen.
Das Verständnis der Denkmuster Ihrer Zielgruppe ist entscheidend, um zu wissen, wie deren Gehirn Bilder und Informationen verarbeitet. Angesichts des heutigen harten Wettbewerbs um die Aufmerksamkeit der Menschen verschafft Ihnen das Wissen darüber, was das Gehirn anregt, einen entscheidenden Vorteil gegenüber allen anderen Anbietern in Ihrer Branche.
Nachfolgend finden Sie einige Fakten über das menschliche Gehirn, die Sie vielleicht noch nicht kannten, sowie Vorschläge, wie Sie diese zur Verbesserung Ihrer Marketingstrategie nutzen können.
Tipp 1: Das menschliche Gehirn ist primitiv
Ganz gleich, wie hochentwickelt wir uns selbst einschätzen, unsere grundlegendsten Instinkte werden von der Amygdala, dem Reaktions- und Emotionszentrum des Gehirns, erzeugt und gesteuert. Sie arbeitet deutlich schneller als der rationale Verstand. Hier entstehen unsere Bauchgefühle, die sich in weniger als drei Sekunden nach dem ersten Kontakt entwickeln können und sich nachhaltiger im Gehirn einprägen als rationale Gedanken.
Für Ihr MarketingAchten Sie auf die Präsentation Ihrer Materialien, insbesondere auf den ersten Blick, anstatt sie sorgfältig zu überdenken – wofür die wenigsten Menschen Zeit haben. Versuchen Sie, eine spontane Reaktion hervorzurufen. Stellen Sie bei E-Mail-Marketing und SEO-Dienstleistungen sicher, dass Betreff und Preheader die Aufmerksamkeit Ihrer Zielgruppe fesseln, indem sie deren Emotionen, Bedürfnisse, Wünsche oder Probleme ansprechen.
Achten Sie bei Blogbeiträgen und anderen Web-Inhalten besonders auf Ihre Überschriften. Ihre Inhalte sollten gut strukturiert und ansprechend sein, und Ihre Seiten sollten einladend wirken. Vermeiden Sie störende Elemente wie blinkende Werbebanner, die die Aufmerksamkeit ablenken und das Nutzererlebnis beeinträchtigen.
Tipp 2: Das menschliche Gehirn liebt Bilder
Das alte Sprichwort war noch nie so wahr: Das menschliche Gehirn verarbeitet Bildinformationen viel schneller als Text, und visuelle Reize machen über 90 Prozent aller vom Gehirn verarbeiteten Daten aus. Text mit Bildern ist einprägsamer als Text allein.
Für Ihr MarketingVerwenden Sie Bilder, aber nicht irgendwelche, sondern aussagekräftige und ansprechende Bilder, die nicht aus überstrapazierten Bilddatenbanken stammen. Sie können auch eigene Bilder mit Tools wie Over (einer mobilen App) oder Canva (einem Webtool) erstellen.
Tipp 3: Das Haupthirn liebt Gesichter
Abgesehen von der bloßen Vorliebe für Bilder hat die Forschung gezeigt, dass die natürliche Selektion jene Menschen begünstigte, die schnell Beziehungen aufbauen und Bedrohungen erkennen konnten. Von Geburt an sind wir darauf programmiert, andere menschliche Gesichter zu erkennen und zu bevorzugen. Das kognitive Zentrum für die Gesichtswahrnehmung liegt direkt neben dem Zentrum, das Emotionen verarbeitet.
Für Ihr Marketing: Integrieren Sie echte Menschen in Ihre Marketingkampagnen. Platzieren Sie Bilder von Menschen auf Ihren Landingpages, anderen Webseiten, in E-Mails und anderen Nachrichten, um Ihre Botschaft persönlicher zu gestalten und das gewünschte Ziel zu erreichen. Das Gehirn nimmt zuerst das Bild eines Menschen wahr; die Augen folgen der Blickrichtung der abgebildeten Person. Lenken Sie die Aufmerksamkeit auf Ihren Call-to-Action-Button oder wichtige Informationen, indem Sie ein Gesicht einfügen, das in die entsprechende Richtung blickt.
Tipp 4: Farben wecken Gefühle
Die Farbwahl sollte nicht allein von ästhetischen Gesichtspunkten bestimmt werden. Verschiedene Farben rufen unterschiedliche Emotionen und Gefühle im Gehirn hervor. Studien zufolge basieren 62 bis 90 Prozent der Gefühle gegenüber Produkten allein auf der Farbe. Gelb aktiviert das Angstzentrum im Gehirn. Blau schafft Vertrauen. Rot signalisiert Dringlichkeit, und es gibt noch viele weitere Signale.
Für Ihr Marketing: Die Farbwahl ist nicht nur eine Kunst, sondern eine Wissenschaft. Dies gilt insbesondere für wichtige Marketingelemente wie Call-to-Action-Buttons. Treffen Sie Ihre Farbwahl nicht willkürlich, sondern orientieren Sie sich an Ihrer Zielgruppe, Ihrer Marke und Ihrer Marktpositionierung. Am besten analysieren Sie die Wirkung der Farben auf die Reaktionen Ihrer Zielgruppe, bevor Sie sich für eine bestimmte Farbe entscheiden.
Tipp 5: Der Name bestimmt das Verhalten
Laut einer aktuellen Studie des Food and Brand Laboratory der Cornell University reagiert das menschliche Gehirn auf bestimmte Dinge je nach deren Bezeichnung. Die von Brian Wansink und David Just veröffentlichte Studie ergab, dass die Anzahl der gegessenen Spaghetti geringer war, wenn Portionen ähnlicher Größe als „doppelt so groß“ statt als „normal“ bezeichnet wurden.
Für Ihr MarketingÜberlegen Sie genau, wie sich Ihre Wortwahl auf die Einstellung der Verbraucher auswirkt, wenn Sie Ihre Produkte und/oder Dienstleistungen benennen, Modelle und Optionen entwerfen und verschiedene zielgruppenorientierte Kommunikationsmittel erstellen.
Tipp 6: Das menschliche Gehirn sehnt sich nach Zugehörigkeit
Alle Menschen haben ein angeborenes Bedürfnis nach Zugehörigkeit und/oder Anpassung. Getreu den Worten des Philosophen Eric Hoffer gilt: Wenn man Menschen die Freiheit gibt, zu tun, was sie wollen, werden sie sich in der Regel gegenseitig imitieren.
Für Ihr MarketingSchaffen Sie Glaubwürdigkeit und Vertrauen, beseitigen Sie Ängste und vermitteln Sie ein Zugehörigkeitsgefühl, indem Sie soziale Signale und Social Proof nutzen, z. B. Empfehlungen von beliebten und bekannten Influencern in Ihrer Nische einholen, Medienlogos, Informationen zu Partnerschaften, Social-Share-Widgets und ähnliche Strategien hinzufügen. Pflegen Sie ein aussagekräftiges Social-Media-Profil, um Ihre Online-Präsenz zu stärken.
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by Belinda Meyers






