Betrachten wir die Statistiken der Social-Media-Unternehmen. YouTube hat 1.3 Milliarden Nutzer und verzeichnet durchschnittlich eine Milliarde mobile Aufrufe pro Tag. Facebook gibt an, monatlich ein potenzielles Videopublikum von 1.7 Milliarden Menschen zu erreichen. Und laut Twitter schauen 82 % der Nutzer Videos auf der Plattform, wobei 90 % dieser Aufrufe über mobile Geräte erfolgen.
Was also tun? Da sich die Zuschauer vom linearen Fernsehen hin zu Social Video verlagern, wandern auch die Werbebudgets dorthin ab – doch viele Marketer machen dabei ehrlich gesagt alles falsch. Hier sind die fünf größten Fehler, die Marketer heute im Bereich Social Video begehen.
Fehler Nr. 1: Breite Zielgruppenansprache
Der Vorteil von Social Video für Marketer liegt darin, dass sie präzisere Zielgruppen mit spezifischen Botschaften ansprechen können, basierend auf den individuellen Unterschieden der Konsumenten – Beziehung zur Marke, bisherige und prognostizierte zukünftige Käufe, Mediennutzung, Einkaufspräferenzen, Standort und mehr. Ohne präzises Targeting bleiben Marketer, die nicht schnell genug reagieren, auf weniger kaufkräftige Konsumenten beschränkt – also jene, die ihre Wettbewerber nicht erreichen wollten – und senden ihnen generische Botschaften mit deutlich geringerer Wirkung.
Fehler Nr. 2: Nicht intelligent bieten
Alle Social-Media-Werbeplattformen funktionieren wie Auktionen, bei denen Sie für jede Interaktion mit jedem einzelnen Nutzer unterschiedliche Gebote abgeben können. Um einen positiven ROI zu erzielen, müssen Sie daher den Wert jeder einzelnen Interaktion mit jedem einzelnen Nutzer verstehen. Jedes Mal, wenn ein Werbetreibender die Anzahl seiner Zielgruppen um drei erhöht und die Botschaften und Gebote für diese kleineren Zielgruppen individuell anpasst, steigt der ROI seiner Mediaausgaben um 20–50 %. Dadurch können sie den ROI ihrer Social-Media-Ausgaben weiter steigern, trotz jährlicher Preissteigerungen von rund 20 % beim Tausenderkontaktpreis (TKP) auf Facebook und anderen Plattformen. Marketer, die weiterhin auf Massenmarketing setzen, können es nicht rechtfertigen, jedes Jahr 20 % mehr für Anzeigen auszugeben, deren Effektivität immer weiter sinkt, und sie können es sich nicht mehr leisten, ihre Zielkunden gezielt anzusprechen. Das ist geschäftlicher Selbstmord.
Fehler Nr. 3: Überinvestition in die „Massenmarkt“-Produktion
Die Zeiten, in denen man sechs Monate für einen einzigen Fernsehspot für ein Massenpublikum brauchte und über eine Million Dollar verlangte, sind vorbei. Zumindest für intelligente Marketingfachleute. Wir leben heute in einer Welt nutzergenerierter Inhalte, insbesondere in den sozialen Medien. Konsumenten erwarten keine Studioqualität mehr, die sich an ein landesweites Publikum richtet. Sie erwarten personalisierte Botschaften und legen keinen Wert mehr auf die Videoqualität. Daher ist es am effektivsten, mehrere Videos mit geringeren Produktionskosten zu erstellen, deren Botschaften aber auf kleinere Zielgruppen zugeschnitten sind.
Fehler Nr. 4: Formate nicht anpassen
Ärgerlicherweise bietet jede Social-Media-Plattform ihre eigenen Videoformate an. Diese unterscheiden sich oft von denen des traditionellen Fernsehens, beispielsweise Videos ohne Ton. Ich habe Dutzende von Fernsehspots gesehen, die für Social Media umformatiert wurden – und alle scheiterten. Social-Media-Videos müssen speziell für die jeweilige Plattform erstellt werden. Beispielsweise klicken nur 1 % der Facebook-Nutzer auf eine Videoanzeige, was bedeutet, dass 99 % der Nutzer drei Sekunden lang ein stummes Video sehen. Um also wirklich effektiv zu sein, müssen Sie Ihre Botschaft in den ersten Sekunden vermitteln.
Fehler Nr. 5: „Einrichten und vergessen: Kampagnen“
Tatsächlich funktionieren nicht alle Videos, und nicht alle Zielgruppen reagieren gleich. Daher benötigen Sie eine Content-Farm, die kontinuierlich neue Videos produziert, und erfahrene Analytics-Experten, die die Zielgruppen fortlaufend segmentieren und neu segmentieren.
Letztendlich können Sie erst zufrieden sein, wenn Sie eines Tages jeden Kunden und potenziellen Kunden auf perfekt zugeschnittene Weise ansprechen können, basierend auf einer Vielzahl von Daten über ihn. Das ist das Ziel, das Ihre Marketingabteilung verfolgen sollte.
___
by Ben Legg
Quelle: CHEFMARKETER






